*  1985 (Bad Reichenhall / D)

 

Die deutsche Künstlerin Judith Grassl balanciert in Ihrem künstlerischen Schaffen zwischen Schärfe und Mehrdeutigkeit. In ihrer Malerei schafft sie eine neue Realität, die uns wie entfernte Erinnerungsfetzen, schwer greifbar und dennoch vertraut, vorkommen.

 

Ihre Ausbildung absolvierte Grassl an der Akademie der Bildenden Künste in München (2008 – 2016), gefolgt von verschiedenen Künstlerresidenzen in Europa, wie Linz (A) und Pomorle (BRG).

 

Judith Grassl bewegt sich bei ihrer Malerei zwischen dem virtuellen und dem körperlichen Raum und untersucht währenddessen die verschiedenen Aggregatszustände des visuellen Materials. Meist verwandeln sich menschenleere Räume dadurch zu Bühnen, auf denen sich verschiedene Bildfragmente begegnen – ähnlich wie zurückgebliebene Requisiten an einem Filmset.

 

Der Entstehungsprozess ihrer Malerei liegt dem Prinzip der Collage nahe, wodurch im Bild mehrere Ebenen erzeugt werden, die sich gegenseitig brechen und sich wieder zusammenfügen. Das Prinzip der Collage ermöglicht es, in den Bildern eine Vielzahl von Dimensionen zu erstellen, verschiedene Perspektiven zu parallelisieren und eine neue Verbindung zwischen den Ebenen herzustellen.

 

Der Titel „Gifts“ (z. Dt. Geschenke), der neuen Werkreihe, bezieht sich auf visuelles Material, dass im Laufe der Zeit modifiziert wurde und als Fragment aus der Vergangenheit in der Gegenwart immer noch Bestand hat. Dabei ist sie vor allem von Objekten wie Grabbeigaben, fasziniert, die sich zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her bewegen. Sie wurden für eine Zukunft im Jenseits beigelegt oder sollen dazu dienen eine bereits verstorbene Person in der Gegenwart zu versorgen.

 

Judith Grassl lebt und arbeitet in München (D).

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