*  1992 Bern (CH)

 

Im Dialog zu einem Horizont ergibt sich eine räumliche Wirklichkeit im Sinne der Hinterglasmalerei, welche die reflektierende Oberfläche als wesentliches Element in den Vordergrund rückt.

„Gesamt“ nennt Sebastian Haas (*1992, arbeitet in Bern und Luzern) seine mit Hinterglasmalerei –also auf der Rückseite von Glasscheiben ausgeführte Malerei – geschaffene Werkserie. Mit Ölfarbe und Sprühlack fertigt, der Masterstudent der HSLU, Gemälde von einer reduzierten Farbigkeit und betont, gewollt salopp mit den gewählten malerischen Mitteln umzugehen.

 

Die Glasfläche nivelliert dabei die unterschiedlichen Farbaufträge und die Gemälde ziehen einen mit ihrer spiegelnden Oberfläche an. Die Bildkompositionen muten auf den ersten Blick abstrakt an, bei längerem Hinsehen beginnt man die schwarzen, grauen und weissen Flächen jedoch architektonische Elemente, figurenartige Formen oder organisch anmutende Gebilde zu erkennen.

 

Sebastian Haas interessiert sich für diese Ambivalenz zwischen Abstraktion und Figuration. Er will die reduzierte Darstellungsweise ausloten und jene Kippmomente forcieren, in denen die Betrachterin oder der Betrachter plötzlich beginnt, konkrete Dinge zu erkennen. Dabei interessiert sich der Künstler insbesondere für bühnenartige Räume, deren Wahrnehmung er mit einer in allen Gemälden sichtbaren Horizontlinie kreiert.

 

Ihre gleissend-glänzende Erscheinung erinnert an den spiegelnden Bildschirm des Smartphones – notabene jenes technische Gerät, das sich in der Gegenwart immer mehr zwischen uns und die Welt schiebt und die Aneignung von Landschaften und Räumen bestimmt.

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